EU AI Act: EU-Kommission startet erste Informationsanfragen an KI-Anbieter
Die EU-Kommission hat Anfang September 2026 formelle Informationsanforderungen an mehr als 30 KI-Anbieter gerichtet. Wenn du KI-Dienste in deiner Website oder deinen Geschäftsprozessen nutzt, solltest du jetzt den Einsatz und die Dokumentation deiner Systeme überprüfen.
Die Durchsetzung des EU AI Acts ist in die aktive Phase eingetreten: Anfang September 2026 hat die EU-Kommission nach Presseberichten erste formelle Informationsanforderungen an mehr als 30 KI-Anbieter verschickt. Die Kommission bestätigte den Vorgang auf eine Anfrage im Rahmen einer Presseunterrichtung. Für dich ist das besonders relevant, wenn du Chatbots, Generatoren für Texte und Bilder, Analysewerkzeuge oder andere KI-Dienste in deiner Website und deinen betrieblichen Abläufen einsetzt.
Was ist konkret passiert?
Seit dem 2. August 2026 sind die entsprechenden Durchsetzungsbefugnisse im Rahmen des EU AI Acts aktiviert. Mit den nun versandten Informationsanforderungen fordert die EU-Kommission Angaben von KI-Unternehmen an. Damit beginnt eine praktisch sichtbare Phase der regulatorischen Überwachung.
Eine solche Informationsanforderung ist zunächst eine formelle Abfrage. Allein daraus lässt sich weder ein festgestellter Verstoß noch eine Sanktion gegen die angeschriebenen Unternehmen ableiten. Für den Markt zeigt der Schritt jedoch, dass Anbieter ihre Systeme, Prozesse und Nachweise gegenüber den zuständigen Stellen nachvollziehbar darstellen können müssen.
Warum betrifft das auch dein Unternehmen?
Du musst kein eigenes KI-Modell entwickeln, um mit dem Thema in Berührung zu kommen. Viele kleine und mittlere Unternehmen verwenden externe KI-Dienste oder lassen sie durch Dienstleister in Websites und Prozesse integrieren.
Das kann beispielsweise folgende Anwendungen betreffen:
- Chatbots zur Beantwortung von Kundenanfragen,
- Werkzeuge zur Erstellung oder Bearbeitung von Texten und Bildern,
- KI-gestützte Analysen,
- automatisierte Funktionen innerhalb deiner Website oder interner Abläufe.
Wenn du solche Lösungen einsetzt, bist du von den Informationsanforderungen an die Anbieter nicht automatisch unmittelbar betroffen. Dennoch können sich Rückfragen und Nachweisanforderungen entlang der Lieferkette auf dein Unternehmen auswirken. Deshalb solltest du wissen, welche Systeme bei dir verwendet werden, von wem sie stammen und welche Informationen dir die jeweiligen Anbieter bereitstellen.
Welche Schritte sind jetzt sinnvoll?
Du kannst den aktuellen Anlass nutzen, um deinen KI-Einsatz strukturiert zu erfassen. Dabei helfen dir folgende praktische Schritte:
- KI-Anwendungen erfassen: Dokumentiere, welche KI-Dienste du in deiner Website, in der Kommunikation und in internen Prozessen nutzt.
- Anbieter und Zuständigkeiten festhalten: Notiere, von welchen Unternehmen die eingesetzten Dienste stammen und wer in deinem Betrieb für deren Auswahl und Verwendung verantwortlich ist.
- Unterlagen prüfen: Kläre, welche Nachweise und Informationen dir deine Anbieter zu Sicherheit, Transparenz und zum Umgang mit urheberrechtlichen Fragen zur Verfügung stellen.
- Einsatzzwecke beschreiben: Halte nachvollziehbar fest, wofür du die jeweiligen Anwendungen verwendest und in welche Abläufe sie eingebunden sind.
- Lieferanten ansprechen: Frage nach, wenn wesentliche Angaben fehlen oder unklar bleiben. Das erleichtert dir die Auswahl nachvollziehbar dokumentierter Lösungen.
- Interne Abläufe festlegen: Bestimme, wer neue KI-Werkzeuge freigibt, Informationen sammelt und bei Rückfragen als Ansprechpartner dient.
Was bedeutet das für Betriebe im Harz?
Gerade in kleineren Unternehmen werden digitale Werkzeuge häufig pragmatisch eingeführt. Dadurch kann der Überblick über einzelne KI-Funktionen schnell verloren gehen – etwa wenn sie bereits Bestandteil eines Redaktionssystems, eines Onlinedienstes oder einer extern betreuten Website sind.
Für deinen Betrieb im Harz ist deshalb keine vorschnelle technische Umstellung erforderlich. Wichtiger ist zunächst Transparenz: Verschaffe dir einen Überblick über deine Anwendungen, dokumentiere Verantwortlichkeiten und prüfe die Informationen deiner Dienstleister. Wenn die Internetschmiede Harz deine Website oder digitale Prozesse betreut, kann der konkrete technische Einsatz gemeinsam eingeordnet werden.
Fazit: KI-Einsatz jetzt nachvollziehbar dokumentieren
Die ersten Informationsanforderungen der EU-Kommission zeigen, dass die Durchsetzung des EU AI Acts praktisch begonnen hat. Auch wenn dein Unternehmen nicht selbst zu den angeschriebenen KI-Anbietern gehört, solltest du auf mögliche Rückfragen innerhalb der Lieferkette vorbereitet sein. Mit einer vollständigen Übersicht deiner KI-Dienste, klaren Zuständigkeiten und verfügbaren Anbieterinformationen schaffst du dafür eine solide Grundlage. Welche rechtlichen Pflichten im Einzelfall gelten, solltest du bei Bedarf fachlich prüfen lassen.